Feldpost im Zweiten Weltkrieg
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Fotoalbum

Kerstin Wölki

"Krieg als Reise"

Die Wahrnehmung Frankreichs durch deutsche Soldaten im Zweiten Weltkrieg

(Magisterarbeit an der Philologischen, Philosophischen und Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br., 2007)

Die Magisterarbeit „Krieg als Reise. Die Wahrnehmung Frankreichs durch deutsche Soldaten im Zweiten Weltkrieg“ von Kerstin Wölki begibt sich auf die Spur der Kriegserfahrung als positives Reiseerlebnis. Zentrale Frage der Arbeit ist, ob es ein solches Interpretationsmuster unter deutschen Soldaten, die 1939 bis 1944 in Frankreich eingesetzt wurden, existiert und wie es sich äußert.

Die subjektive Wahrnehmung von Land und Landschaft Frankreichs, seiner Kultur und Sprache, der Bevölkerung und der eigenen Freizeit sowie Andenken für Familie und Freunde sind Bestandteil der Untersuchung. Diagramme und Tabellen veranschaulichen die Themen sowie deren Gewichtung. Über die systematische Untersuchung der Quellen hinaus sind umfangreiche Kapitel den Themen der Quellenkritik und dem historischen Kontext gewidmet. Basis der Arbeit stellen elf ausgewählte Selbstzeugnisse – wie Feldpostbriefe, Tagebücher und ein Fotoalbum – dar, die von Wehrmachtsangehörigen verfasst wurden. Der heterogene Quellenkorpus steht im Zentrum der Untersuchung, mögliche Einwirkungen von Zensur, Kommunikationsbedingungen und Entstehungssituation werden berücksichtigt.

Die Analyse des Quellenmaterials zeigt, dass Einmarsch und Besetzung Frankreichs eine positive Erfahrungsgemeinschaft unter den deutschen Soldaten schuf. Der Topos der aufregenden Abenteuerreise funktionierte als sinngebendes Muster so lange, bis die Situation für den einzelnen Soldaten lebensbedrohend wurde. Die Thematik ist in vielfacher Hinsicht interessant: Zum einen greift sie die subjektiv-euphemistische Wahrnehmung des Zweiten Weltkrieges auf, zum anderen wird heute noch mit dem Bild der abenteuerlichen Reise in ferne Länder für den Eintritt in Armeen geworben.

Download der Arbeit als PDF-Datei (708 k)

Kontakt zu Kerstin Wölki per E-Mail