Feldpost im Zweiten Weltkrieg
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Osten, 9.9.41
Meine Lieben!
Nach langer Zeit kann ich Euch endlich einmal wieder schreiben. Es wird zwar etwas länger dauern, bis die Post dort ankommt, dafür werde ich öfter schreiben. Es war eine herrliche Fahrt von Mittwoch bis Sonntag. Sie ist mir wie eine Urlaubsreise vorgekommen. Die Fahrt verlief wie eine Fieberkurve über die Reichshauptstadt nach der Kornkammer Preußens, von hier wieder nach oben zur Hauptstadt Litauens und dann südost in die Hauptstadt Weißrusslands, eine Stadt, die jetzt dem deutschen Reiche angegliedert wurde.
Eine herrliche Gegend, mitten im Wald in einer ehemaligen Panzerkaserne. Aber Straßen hat's hier, die kann man überhaupt nicht schildern. Die Feldwege sind bei uns Gold dagegen. Eine gute Straße habe ich gesehen und auch ein Stückchen befahren, das ist das Stück Autostraße, die einzige vernünftige Straße der Sowjet Union von Minsk nach Moskau.
Und dann die russische Wirtschaft. Ich habe schon in einige in der Nähe stehenden Häuser gesehen. Ich kann nur sagen, in unserem Hühnerstall würde ich mich wohler fühlen.
Sonst ist es bis jetzt ein ganz gemütlicher Verein hier. Wir schlafen zu dreien in einem Zimmer, haben Schränke und Metallfederbetten und einen Ofen, sogar elekrisch Licht.
Und nun möchte ich zum Schluss Vater noch zu seinem Geburtstag gratulieren. Ich konnte vorher leider nicht schreiben, da es nicht bestimmt war, ob wir die alte Feldpostnummer behalten. Für heute nun die besten Grüße von
Karl
Extragrüße an Hänschen!!!